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Standard

Standard des Kuvasz | FCI-Standard Nr. 54 / 06.04.2000

√úbersetzung: Peter Weit

 

Verwendung

Der Kuvasz wird zur Bewachung und zum Schutz von H√§usern und des Besitzes und sonstigen Wertgegenst√§nden sowie auch von Personen verwendet. Er wurde auch zur Jagd und als Sp√ľrhund verwendet.

Klassifikation FCI

Gruppe 1 H√ľte- und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde). Sektion 1 Sch√§ferhunde, ohne Arbeitspr√ľfung.

 

Kurzer Geschichtlicher Abriss

Es handelt sich um einen alteingesessenen uralten ungarischen Hirtenhund. Seine Vorfahren kamen mit der Besetzung der Magyaren ins Karpatenbecken; sie brauchten diese Hunde zur Bewachung und zum Schutz ihrer Herden gegen Raubtiere und Diebe. Aufgrund seines Jagdtriebes wurde er zur Zeit des K√∂nigs Matthias Corvinus vorzugsweise zur Jagd verwendet. Seit dem R√ľckgang des Hirtentums ist seine urspr√ľngliche Verwendung viel seltener geworden und er ist in den D√∂rfern und sp√§ter sogar in den St√§dten heimisch geworden.

 

Allgemeines Erscheinungsbild

Die Hunde dieser Rasse sind stark, groß gewachsen und weisen ein dichtes, gewelltes, weißes Haarkleid auf. Ihr gefälliges Erscheinungsbild strahlt Adel und Kraft aus. Die einzelnen Körperteile passen harmonisch zusammen und die Läufe sind weder zu kurz noch zu lang. Der Knochenbau ist kräftig, aber nicht grob. Die starke Muskulatur ist hager und die Gelenke sind scharf umrissen. Von der Seite gesehen bildet der Körper ein dem Quadrat nahestehendes, liegendes Rechteck.

Gut bemuskelt. Kr√§ftige Gestalt, lebhaftes Temperament, gro√üe Beweglichkeit. Sein √Ąu√üeres zeugt von unerm√ľdlicher Leistungsf√§higkeit.

Wichtige Proportionen

¬∑¬† Die K√∂rperl√§nge √ľbertrifft die Widerristh√∂he geringf√ľgig

·  Die Brustkorbtiefe entspricht in etwa der Hälfte der Widerristhöhe.

¬∑¬†¬†Der Fang ist etwas k√ľrzer als die H√§lfte der Kopfl√§nge.

Verhalten/Charakter (Wesen)

Der Kuvasz ist tapfer und furchtlos. Die seiner Obhut anvertrauten Personen oder seinem Schutz zugeordneten Besitzst√ľcke verteidigt er auch unter Einsatz seines Lebens. Er ist selbstbewusst, bei schlechter Behandlung kann er aggressiv werden. Er ist treu, zuverl√§ssig, liebt seinen Herrn und sein Umfeld. Er braucht viel Bewegung und muss besch√§ftigt werden. Er ist anspruchslos, seine Pflege ist einfach und er ertr√§gt auch sehr schlechte Wetterverh√§ltnisse gut. Er zeigt sich f√ľr die ihm erwiesene Liebe und F√ľrsorge erkenntlich.



Kopf

Der Kopf des Kuvasz ist charakteristisch keilf√∂rmig, in Harmonie mit dem K√∂rper, gef√§llig, edel und strahlt eine betr√§chtliche Kraft aus. Der Kopf ist charakteristisch hager und trocken. Von den verwandten Rassen kann der Kuvasz haupts√§chlich durch die Form des Kopfes unterschieden werden. Der Kopf des R√ľden ist etwas robuster als derjenige der H√ľndin.

 

Oberkopf

Schädel: Der Schädel ist breit, die Stirn leicht hervortretend. In der Mitte der Stirn läuft eine ausgesprochene Furche.

Stop: Wenig ausgeprägt.

 

Gesichtsschädel

Breit, lang und gut bemuskelt.

Nasenschwamm: Der schwarze Nasenschwamm ist stumpf geschnitten

Fang: Der Nasenr√ľcken ist gerade; der Fang verschm√§lert sich gleichm√§√üig, ist aber nie spitz.

Lefzen: Schwarz, straff anliegend; der Rand des Maulwinkels ist gezackt.

Kiefer / Zähne: Gut entwickeltes, kräftiges, regelmäßiges und der Zahnformel entsprechend vollzahniges Scherengebiss.

Augen: Etwas schräg liegend, mandelförmig, dunkelbraun. Der Rand der Augenlieder ist schwarz und liegt dem Augapfel eng an.

Ohren: Mittelhoch angesetzt, am Ansatz auf ein Drittel seiner Länge bogenförmig abstehend, um dann fallend dicht am Kopf anzuliegen. Die Ohren sind V-förmig, mit abgerundeter Spitze. Bei Aufmerksamkeit wird das Ohr leicht erhoben, es wird nie aufgerichtet getragen oder gedreht.

 

Hals

Er ist eher kurz als mittellang und stark bemuskelt. Er bildet mit der Horizontalen einen Winkel von 25-30 Grad. Der Nacken ist kurz. Straffe Kehlhaut, keine Wamme. Bei R√ľden sind Kragen und M√§hne ausdrucksvoll.

Körper

Von der Seite gesehen bildet der Körper ein vom Quadrat nur wenig abweichendes, liegendes Rechteck.

Widerrist: Lang, sich von der Ebene des R√ľckens ausgepr√§gt abhebend.

R√ľcken: Mittellang, gerade, breit, gut bemuskelt und straff.

Lenden: Kurz, in straffer Fortsetzung des R√ľckens.

Kruppe: Leicht abfallend, reichlich bemuskelt, breit; das Haarkleid ist sehr dicht, was die Kruppe etwas √ľberh√∂ht erscheinen l√§sst.

Vorderbrust: Wegen der stark entwickelten Muskulatur ist die Vorderbrust gerundet und die Spitze des Brustbeins steht nur leicht vor.

Brust: Tief, lang und leicht gewölbt.

Untere Profillinie und Bauch: In Fortsetzung des Brustkorbs nach hinten leicht aufgezogen.

Rute

Tief angesetzt, in gerader Fortsetzung der leicht abfallenden Kruppe; sie f√§llt senkrecht mit leicht nach oben gebogener, nicht gekr√ľmmter Spitze. In der L√§nge reicht sie bis zum Sprunggelenk. Bei Aufmerksamkeit und in der Erregung kann sie h√∂chstens bis zur H√∂he der R√ľckenlinie angehoben werden.

 

Vorderhand

Die Vorderl√§ufe unterst√ľtzen den K√∂rper bis zur den Vorderfusswurzel-Gelenken senkrecht, sie sind parallel und m√§√üig weit gestellt. Von vorne gesehen ist die Stellung der Vorderl√§ufe korrekt, wenn die vom Buggelenk gezogene vertikale Linie mit der Achse des Vorderlaufs zusammenf√§llt und die Pfoten zwischen der 3. und 4. Zehe trifft. Die Stellung ist von der Seite gesehen korrekt, wenn die vom Ellenbogengelenk in Richtung des Bodens gezogene Vertikale bis zum Vorderfu√üwurzelgelenk in der Mitte der L√§ufe verl√§uft.

Schultern: Schulterblatt lang und schräg, bemuskelt, sich eng und straff, aber beweglich an den Brustkorb anschmiegend.

Oberarm: Mittellang, gut bemuskelt. Der Oberarm und das Schulterblatt bilden einen Winkel von 100 bis 110 Grad.

Ellenbogen: Trocken, eng an den Brustkorb anliegend, weder ein- noch ausgedreht. Der Oberarm und der Unterarm bilden einen Winkel von 120-130 Grad.

Unterarm: Verhältnismäßig lang, gerade, kompakt, mit hagerer Muskulatur; er setzt sich mit starken Sehnen in Richtung der Fußwurzel fort.

Vorderfußwurzelgelenk: Gut entwickelt, straff; die Sehnen sind stählern.

Vordermittelfuß: Verhältnismäßig kurz, hager, leicht schräg (der Winkel zur Vertikalen beträgt 10 bis 15 Grad).

Vorderpfoten: Rund oder etwas oval, straff. Die Zehen sind kurz, so hoch gew√∂lbt, dass sie in der Mitte den Boden nicht ber√ľhren; elastisch, eng aneinander liegend. Die Ballen sind elastisch, schwarz. Die Krallen sind hart, kr√§ftig, schwarz oder schiefergrau gef√§rbt.

 

Hinterhand

Die Stellung der Hinterl√§ufe ist von der Seite gesehen korrekt, wenn sich das Kniegelenk unter dem H√ľfth√∂cker und die Pfote unter dem H√ľftgelenk befindet. Die vom Sitzbeinh√∂cker aus gef√§llte Vertikale ber√ľhrt das Fersenbein. Die Stellung der Hinterl√§ufe ist von hinten gesehen korrekt, wenn die vom Sitzbeinh√∂cker gef√§llte Vertikale mit der Achse der Gliedmassen verl√§uft, wobei sie beidseitig parallel ist und den Boden mittelm√§√üig weit voneinander trifft.

Oberschenkel: Er ist mit seiner langen, breiten, massigen Muskulatur eng mit dem Becken verbunden. Das Becken und der Oberschenkel bilden einen Winkel von 100 bis 110 Grad.

Knie: Voluminös. Der Winkel zwischen Oberschenkel und Unterschenkel beträgt 110 bis 120 Grad.

Unterschenkel: Seine lange, massige Muskulatur setzt sich bis zum Sprunggelenk in starken Sehnen fort. Von hinten gesehen vertikal, beidseitig und zur Achse des Körpers parallel.

Sprunggelenk: Breit, voluminös, trocken, sehnig. Der Sprunggelenkswinkel beträgt 130-140 Grad.

Hintermittelfuß: Lang, senkrecht.

Hinterpfoten: Oval, sonst wie die Vorderpfoten.

 

Gangwerk

Bodenweiter, langsamer Schritt. Im Trab ist die Bewegung leichtf√ľ√üig, elastisch, raumgreifend, schwungvoll, gleichm√§√üig, ausdauernd. Die Ellenbogen sind weder ein- noch ausgedreht.

Haut

Sie enthält viel Pigment; sie ist schiefergrau und straff.

Haar

M√§√üig hart, gewellt, etwas steif, nicht zur Verfilzung neigend. Unter dem gr√∂beren Deckhaar findet sich feinere flaumige Unterwolle. Der Kopf, die Ohren und die Pfoten sind mit kurzen, 1 bis 2 cm langen, dicht stehenden und geraden Haaren bedeckt. Die vorderen und seitlichen Bereiche der Vorderl√§ufe sowie die Hinterl√§ufe unterhalb der Kniegelenke sind ebenfalls mit kurzen, 1 bis 2 cm langen, geraden Haaren bedeckt. Auf der Hinterseite der L√§ufe befinden sich 5 bis 8 cm lange Federn, die an den Hinterl√§ufen bis zum Sprunggelenk reichen. Um den Hals befindet sich eine Halskrause, die sich in die bis zur Brust reichende Brustm√§hne verl√§ngert. Diese ist bei R√ľden besonders ausdrucksvoll. An K√∂rper, Oberschenkel und Oberarm ist das Haar mittelm√§√üig (4-12 cm) lang, reichlich gewellt und bildet oft Haark√§mme, Leisten und B√ľschel. Die Rute ist auf ihrer ganzen L√§nge mit dichtem, welligem Haar bedeckt; an der Spitze kann die L√§nge der Haare sogar 10 bis 15 cm erreichen.

Farbe

Wei√ü, elfenbeinfarben ist erlaubt. Nasenspiegel, Lidrand und Lefzen sind schwarz; die Ballen sind schwarz oder schiefergrau. F√ľr den Gaumen ist ein dunkler Farbton erw√ľnscht, rosafarbene Flecken sind zul√§ssig.

Widerristhöhe:

R√ľden:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† 71 ‚Äď 76 cm

H√ľndinnen:¬†¬†¬†¬†¬†¬†66 ‚Äď 70 cm

Gewicht:

R√ľden:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† 48 ‚Äď 62 kg

H√ľndinnen:¬†¬†¬†¬†¬† ¬†37 ‚Äď 50 kg

 

Fehler

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

 

Ausschliessende Fehler

· Ausgeprägter Stop

· Pigmentmangel an Nasenspiegel, Lefzen- und Lidrand

¬∑¬†Fehlen von einem Zahn oder mehrerer Z√§hne von den Schneidez√§hnen, den Eckz√§hnen,¬† den¬†Pr√§molaren 2-4, und den Molaren 1-2. Fehlen von mehr als 2 PM1; die M 3 werden nicht ber√ľcksichtigt.

¬∑¬†Vor- und R√ľckbiss, Kreuzgebiss; Kontaktverlust der Schneidez√§hne von mehr als 2 mm

· Entropium, Ectropium

· Aufgerichtete Ohren

¬∑¬†Auch in der Ruhe √ľber der R√ľckenlinie erhobene oder sich nach hinten rollende Rute

· Zur Zottigkeit neigendes, geringeltes oder nicht gewelltes, bzw. drahthaariges Haarkleid

· Mit langen Haaren bedeckte Läufe

·  Abweichende Haarfarbe

N.B.

R√ľden m√ľssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollst√§ndig im Hodensack befinden.

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